Entschieden ist noch nicht, wie und ob der Weg von der Friedensstraße durch den Hain gestaltet wird. Dies sollte in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung auch nicht geschehen. Deren Vorsitzender Peter Rogalla (Linke) wies deutlich darauf hin, dass es nur um Informationen zur Bürgerbeteiligung beim Thema Mobilitätsachse – so wird der Weg vom Bahnhof durch den Hain bis zur Breiten Straße bezeichnet – ging. Zuvor hatte bereits Jens Richter (CDU) darauf gedrungen, die aufwallende Diskussion über die verschiedenen Befestigungsmöglichkeiten für den Hainweg im Fachausschuss und nicht in der Runde mit alle Stadtverordneten zu erörtern.

Heinz Nagler vom Planungsbüro Nagler & Dieck, das im Auftrag der Stadt das Projekt Mobilitätsachse begleitet, hatte zuvor die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung dargelegt. Er konzentrierte sich auf die konsensfähigen Punkte. Rogallas Frage, ob die Befragung repräsentativ sei, verneint Nagler. Die Stadtverwaltung habe Bürger ermutigt, sich zu äußern, und die Mehrheiten dieser Meinungen habe er als Planer zusammengestellt. Sein Büro bringe Fachwissen ein, welche Auswirkungen die Ideen der Bürger haben. „Aber die Entscheidung für die gesamte Stadt müssen sie als Stadtverordnete treffen“, so der Stadtplaner.

LÜBBEN

Ein Gedicht für den Lübbener Hain

Wie sehr die Lübbener ihren Hain, als ein Stück wilde Natur mitten in der Stadt schätzen, schwingt in vielen der insgesamt 74 Bürgerhinweisen mit. Neben den üblichen Mitteilungen per Telefon, E-Mail oder MaerkerPlus gab es sogar ein Gedicht. Ein anderer Bürger setzte sich detailliert mit den bisher veröffentlichten Planskizzen auseinander und entwickelte einen eigenen Entwurf zur Gestaltung der Friedensstraße. Grundsätzlich lehnt keiner, der sich gegenüber der Stadt zum Projekt äußerte eine Sanierung der Friedensstraße ab. Nur für den östlichen Teil der Straße, die in den Hain hineinführt, wünschen sich verschiedene Bürger einen etwas weniger aufwendigen Ausbaustandard, so Nagler.

Weniger eindeutig sind dagegen die Meinungen zum Hauptweg im Hain. Wobei Nagler darlegt, dass die Bedeutung des Weges von keinem infrage gestellt werde. Außerdem betonte er noch einmal, dass nur dieses rund 500 Meter lange Stück Teil der Mobilitätsachse sei. Alle anderen Wege durch den Hain sollen so bleiben, wie sie sind. Konsens bei der Bürgerversammlung war der Wunsch, diesen Hauptweg vom Bahnhof zur Breiten Straße aufzuwerten und die Orientierung im Hain zu verbessern. Trotz der geringen Resonanz sei dies auch ein Wunsch der Kinder und Jugendlichen, die zusätzlich mehr Licht und Aufenthaltsmöglichkeiten an den Wegen begrüßen würden.

Reparatur statt Veränderung

Größter Streitpunkt bleibt die Beschaffenheit der Oberfläche des Weges. Entgegen dem Vorschlag des Planungsbüros wollen 42 Personen, deren Hinweise außerhalb der Bürgerversammlung die Stadtverwaltung erreichten, dass der Weg nicht verändert, sondern nur wo nötig repariert wird. 17 Lübbener plädieren für eine neu hergestellte wassergebundene Decke. Eine Versiegelung in Form von Asphalt oder Granit wünschen sich nur neun Bürger. Und auch in der Bürgerversammlung, die Anfang November im Ratssaal stattfand, war die Mehrheit gegen eine Versiegelung und eher für eine wassergebundene Befestigung.

Beifall aus den Zuschauerreihen erntete Frank Selbitz (Pro Lübben). „Hain bleibt Hain“ – so fasse seine Fraktion die Meinung der Bürger zusammen. Als Fraktionsvorsitzender bekräftigte er, dass der Sanierungsbedarf der Wege offensichtlich sei und zeitnah realisiert werden müsse. Sven Richter (Linke) brachte eine neue Variante für die Gestaltung der Wege ins Gespräch: Man könne doch den Hain ähnlich wie die Schlossinsel befestigen und so eine Einheit zwischen beiden Bereichen schaffen.

Diskussion zum Hain geht weiter

Beendet ist die Diskussion über die Mobilitätsachse damit keinesfalls. Aber die Bürgerbeteiligung hat einen Einblick in die Vorstellungen der Lübbener ermöglicht. Nun wird es Aufgabe des Bauausschusses sein, zu überlegen, was befestigten bedeutet, und in wieweit eine wassergebundene Oberfläche, den Anforderungen der Radfahrer und Menschen mit Rollatoren entspricht. Passieren werde dies voraussichtlich in der Sitzung am Mittwoch, 15. Januar, so Stadtsprecherin Dörthe Ziemer. Für die Dezember-Sitzung, die nur sechs Tage nach der Stadtverordnetenversammlung stattfindet, war dies nicht mehr möglich.