Eins ist nach der Beratung im Bauausschuss klar: Die Diskussion um die Gestaltung der Mobilitätsachse durch den Lübbener Hain ist mit der von der Stadt vorgelegten Beschlussvorlage noch nicht beendet. „Es ist eine Vorlage, an der man sich reiben muss und kann“, sagt Peter Rogalla (Linke). In welchem Spannungsfeld sich das Thema bewegt machten bereits die anwesenden Einwohner klar. Doreen Sommer sprach sich im Namen der BUND-Ortsgruppe gegen einen asphaltierten Weg im Naturschutzgebiet aus. Wie schon ein Bürger zuvor plädierte Thomas Fischer (Bündnis 90/Grüne) für mehr Bäume an der neuen Friedensstraße und den Erhalt der vorhandenen Bäume.

Die alten Bäume stehen zu lassen, wäre unseriös, erklärt Christoph Dieck vom Planungsbüro Nagler & Dieck. Allein durch die Baumaßnahme würden Wurzeln beschädigt, die schon jetzt die Gehwegplatten anheben und nach oben streben. Die Standsicherheit und in Zukunft die ausreichende Wasserversorgung wären gefährdet. Die geplante Baumreihe entlang der Straße bekäme genug Wasser, so Dieck.

Keine einheitliche Meinung zu vorgeschlagenem Asphalt

Zur Frage, ob der vorgeschlagene Asphalt wirklich die richtige Wahl sei, gab es keine einheitliche Meinung bei den Ausschussmitgliedern. Annett Kaiser (CDU) äußerte Bedenken zur vollständigen Versieglung. Paul Bruse (Die Stadtfraktion) fragte nach der Belastbarkeit des Weges für Fahrzeuge der Feuerwehr oder des Baubetriebshofs. Dieck erläuterte, dass diese gegeben sei, weil dies beim Neuaufbau des Untergrunds berücksichtigt werde. Auf allgemeine Zustimmung traf die Verkleinerung der Wegfläche auf der östlichen Friedensstraße sowie den gepflasterten Flächen an den Denkmalen. „Letztlich muss eine politische Entscheidung getroffen werden“, so Rogalla. Dabei müssten alle Statements berücksichtigt werden, auch wenn nicht immer klar ist, ob die Lautesten auch die Meisten seien. Rogalle verwies auf den Brief der DRK-Senioren, die Gehwegplatten und Granitpflaster ablehen. Andreas Rieger (Bündnis 90/Grüne) plädierte dafür, im Konflikt zwischen wassergebundener Decke, Granitpflaster oder Asphalt eine gemeinsame Lösung zu suchen. Eine Kampfabstimmung in der Stadtverordnetenversammlung sollte vermieden werden. Vorschläge zur Änderung der Beschlussvorlage gibt es noch nicht.